Tag 13: Von Magdeburg nach Hohenberg-Krusemark (103 Km)

Die Wetterfrösche fantasierten eine Hitzewelle für heute. Deshalb starteten wir wieder in aller Herrgottsfrühe kurz vor 8 Uhr. Wir mischten uns unter die Magdeburger Radler, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Wir mussten zum Hundertwasserhaus, um eine Info für den langen Multi Dresden-Cuxhaven abzulesen. Ein lustiges Haus mit vielen netten Innenhöfen und kleinen Läden. Dann ging es über das Knattergebirge hinunter an die Elbe.

Diese Elbkante war früher eine Fischersiedlung. Wegen des Geratters, dass die durchfahrenden Kutschen und Wagen auf dem holprigen Kopfsteinpflaster machten, nannten es die Magdeburger „Knattergebirge“. Heute stehen hier nur noch Magdalenenkapelle, Petrikirche und Wallonerkirche. Alles andere ist dem Bombenangriff 1945 zum Opfer gefallen.

Weiter ging es durch das ehemalige Industriegebiet. Eine Kaffeerösterei duftete noch. Ansonsten wird hier versucht Magdeburgs Zukunft mit einer Denkfabrik anzukurbeln. Die ehemaligen Hafenanlagen wirken wie ein Freilichtmuseum.

Vorbei am neuen Industriehafen flitzten wir bald wieder durch die Elbauen, die auch hier wieder mit riesigen uralten Eichen bestanden waren. Bald sahen wir eine massive Brücke vor uns liegen. Der Mittellandkanal überquert die Elbe, endet dann und geht in den Elbe-Havelkanal über. Eine Schulklasse besichtigte die mächtigen Schleusenwerke.

Unser Radweg wurde nach der letzten Schleuse umgeleitet. Die Schilder waren recht halbherzig verteilt, was zu Verwirrung und dann zu einem unnötigen Ausflug entlang des Elbe- Havelkanals nach Burg führte. Na ja, jetzt wissen wir, wo das Knäckebrot Burger hergestellt wird. Es duftete in Burg sehr verführerisch.

Zurück an der Elbe nahmen wir wieder eine Fähre bei Rogätz, um ans linke Elbufer auf den Weg nach Tangermünde zu gelangen. Wir radelten jetzt durch die Altmark: „grüne Wiesen mit Zukunft“, wie uns das Marketing des Landes auf kleinen grünen Tafeln verriet.  Tatsächlich!  Ein stilles Bauernland. Die Elbe war hier wieder von ausgedehnten Auen umgeben.

Nach dem Mittagessen in der Gaststätte eines Campingplatzes überholte uns ein junger Mann. Wir radelten eine ganze Weile hinter ihm her, bis wir bei einem Cache ins Gespräch kamen. „Tretmine“ ist ebenfalls Cacher und passionierter Radler. Er war in Passau gestartet, war über Prag der Moldau gefolgt, hatte einen Abstecher zur Elbquelle gemacht und war jetzt auch auf dem Weg nach Cuxhaven. Für die ganze Tour hatte er sich 3 Wochen Zeit genommen. Da sind unsere Tagesetappen Erholungstouren. Wir begegneten uns cachend immer wieder bis Arneburg.

In Tangermünde versorgten wir unsere Räder bei einem Radladen wieder mit dem richtigen Reifendruck und fuhren dann durch ein prächtiges Backsteintor in die alte Kaiser- und Hansestadt. In einem im Stil des frühen 19. Jahrhunderts mit viel Plüsch und Spitzendeckchen hergerichteten Café machten wir Pause. Direkt neben dem Café lockte ein knallgelber Trabi die Flaneure in einen Laden mit DDR- Devotionalien.

Tangermünde überraschte uns mit wunderbarer Backsteingotik und einer zur Elbe hin intakten Stadtmauer. Auch die nächste Stadt, Arneburg,  ist sehenswert. Der dortige Ausblick vom 30 Meter hohen Burgberg entzückte Andrea so, dass wir hier nun zuerst Abend essen bevor wir zu unserer Pension nach Hohenberg- Krusemark radeln.

Ach ja, die Hitzewelle blieb aus – im Gegenteil. Es war frisch, der Wind war stark, wehte leider aus der falschen Richtung und es hat auch ein kleines bißchen geregnet. Am Nachmittag kam dann aber doch die Sonne heraus. Wir sind gespannt, wie das Wetter morgen wird.