Tag 3: Von Büsum nach Glückstadt – 76km, 200 Hm

Wir starteten den Tag mit einem opulenten Frühstück an einem liebevoll dekorierten Tisch. Das Hamburger Ehepaar, das sein Büsumer Ferienhäuschen mit Radlern teilt, war sehr gastfreundlich.

Nach dem Frühstück mussten Bremsbeläge gewechselt und die neuen Mäntel aufgezogen werden. Die Reifen mussten wir mit unseren Minipumpen auf mindestens 3 Bar bringen. Wir? Na ja, Bernhard! Während sich Andrea mit der netten Gastgeberin über Stoffe, Klöppelspitze, Kinder und Kindeskinder unterhielt. Wir wären gerne noch länger geblieben, aber die Radwege riefen!

Eigentlich wollten wir diesmal nicht übers Wetter schreiben. Aber dass der Wind auf Nordwest gedreht hatte, muss doch erwähnt werden. Er trieb uns die meiste Zeit vor sich her, genau wie die Regenwolken, die sich immer wieder über uns abregneten.

Bei Meldorf bogen wir in die Geest ab, um endlich mal ein paar Höhenmeter zu machen. Am Ende des Tages waren tatsächlich 200 Meter zusammengekommen. Dementsprechend hatten wir Mittagshunger und hofften in St. Michaelisdonn ein Restaurant, Café, oder wenigstens eine Imbissbude zu finden. Wir wissen nicht, was die Dithmarscher am Sonntag machen. Aber essen gehen können sie nicht. „Sonntags geschlossen“! Schließlich hat uns das Bahnhofs-„Bistro“ gerettet. Dort haben wir mit zwei anderen, hungrigen Radlern leckere Pommes, Currywurst und Cheeseburger verspeist.

Weiter ging es zwischen alten Knicks über die sanften Hügel, mit schönen Ausblicken auf die Wilster Marsch und auf alte und neue Windmühlen. Schließlich fuhren wir wieder hinab, um bei Kuddensee den Nord-Ostsee-Kanal mit einer Fähre zu überqueren. Sie flitzte mit uns in Sekundenschnelle zwischen den großen Containerschiffen hindurch ans südliche Ufer.

Entlang endloser Straßendörfer, den großen Marschbauernhöfen und niedlich herausgeputzten Katen erreichten wir die mächtige Elbe. Das gegenüberliegende Ufer war gerade zu ahnen. Gut sichtbar leuchtete jedoch das Kernkraftwerk Brokdorf, das all unsere Demos und Proteste in den Achtzigern nicht hatten verhindern können. Wie war das noch? Hier steht das, vor dem wir unsere Eltern vergebens gewarnt hatten … oder so.

Schließlich kamen wir in Glückstadt, der deutschen „Matjes-Hauptstadt“, an. Ein schönes Städtchen mit holländischem Flair. Erstaunlich, was sie hier mit den bescheidenen, grauen Matjesfilets so alles anstellen.