Fazit der Nord-Süd-Tour

Nachdem wir wieder im Normalalltag angekommen sind (übrigens 2 Tage früher als geplant), stellt man sich ja ein paar Fragen. Die wichtigste ist natürlich, ob das jetzt wirklich ein Urlaub war. Oder müssen wir jetzt erst einmal in einen Erholungsurlaub? Tatsächlich fühlen wir uns extrem erholt. Sich Fahrrad fahrend durchs Land zu bewegen ist extrem entspannend für Körper und Seele. Insgesamt hat sich hier Geocaching als Urlaubsplaner wirklich bewährt!

Eine andere Frage ist, ob man so etwas noch einmal machen würde. Und das ist bei uns gar keine Frage. Wir haben bereits für nächstes Jahr die Ost-West-Tour durch Deutschland geplant. Da gibt es ein paar weniger Kilometer, aber mehr Höhenmeter. Bei der Feinplanung haben wir dann schon mal einen Teil des Rennsteigs und die ehemalige Vennbahn in der Eifel mit einbezogen. Mit anderen Worten: Wir haben noch nicht genug!

Oops! Für diese Tour gibt es ja noch gar keinen Geocache. Aber das ist ja ein Problem, das man beheben kann!

Welche Tipps können wir zukünftigen Deutschland-Tour-Bezwingern geben? Der wichtigste ist bestimmt, die Tour nach eigenem Gusto zu absolvieren. Es gibt weder vorgeschriebene Fortbewegungsmittel noch eine Obergrenze für die Zeit. Die Tour in einem Rutsch mit dem Fahrrad zu machen ist aber sicherlich die schönste Art. Der Cache ist einfach dafür gemacht. Sich 1,5 bis 3 Wochen (je nachdem, wie eilig man es hat) mit eigener Muskelkraft durch Deutschland zu bewegen und dabei eine extrem breite Spanne der deutschen Landschaften und Menschen kennen zu lernen, geht einfach mit dem Fahrrad am besten.

Wenn man eine solche Radtour machen will, braucht man bestimmt ein Trainingsprogramm – würde man vermuten. Das hängt aber natürlich von der persönlichen Fitness ab. Wir haben keinen speziellen Trainingsplan gehabt, fahren aber sowieso viel Fahrrad. Speziell zum Aufbruchstermin hin haben wir längere Touren unternommen. Solche ausgedehnten Fahrradtouren (so 3-5 Stunden Fahrtzeit) vor einer Mehrtagestour (mit bis zu maximal 7 Stunden pro Tag) sind sehr hilfreich. Man gewöhnt den Körper an die Ausdauerbelastung und stellt fest, ob Sattel und Fahrradeinstellungen stimmen. Außerdem findet man womöglich heraus, dass man andere Arten der Fortbewegung vorziehen würde. Dann kann man immer noch kurzfristig auf Auto, Bahn oder Pedelec umplanen – wobei man beim Pedelec natürlich auch immer an die die Maximalreichweite und die Aufladestationen denken muss.

Neben der persönlichen Fitness ist das Material entscheidend. Wir sind mit unseren Mountainbikes gefahren. Aber jedes vernünftige Fahrrad mit Gangschaltung ist für die Strecke geeignet. Rennräder sind allerdings wegen der oft grobschottrigen Fernradwege nicht optimal. Man sollte ein spezielles Augenmerk auf die Mäntel richten. Wir hatten in Norddeutschland insgesamt fünf platte Reifen! Am besten fährt man hier wohl die Marathonreifen von Schwalbe, die uns dann auch im Rest der Republik nicht im Stich ließen. Die Mäntel sind zwar etwas schwerer als normale Reifen. Das heißt, man fährt etwas langsamer. Dies wird aber voll kompensiert dadurch, dass man nicht jeden Tag zweimal die Schläuche flicken muss.

Eine andere wichtige Frage ist, wieviel Planung man in eine solche Tour stecken muss und wie viele Stationen man im voraus buchen muss. Wir haben die Strecke vorher anhand vorhandener GPS-Daten von Fernradwanderwegen, der OSM-Karte OpenFietsMap und den Vorgaben des Deutschland-Tour-Caches festgelegt. Vor Ort haben wir dann natürlich schon manchmal andere Wege gewählt. Allerdings sind die Fernradwege schon ein sehr guter Anhaltspunkt.

Wir haben die erste Woche alle Übernachtungen vorgebucht, da wir wegen der Ferienzeit Bedenken hatten. Beim Rest der Tour haben wir aber meist am Tage selbst mit Hilfe der Informationen aus dem Internet (speziell das Bett+Bike Programm vom ADFC) nachmittags eine Unterkunft gebucht. Oft waren dann aber die günstigen privaten Unterkünfte schon ausgebucht. Sind Campingplätze auch eine Option (die wir ausgeschlossen haben), hat man natürlich mehr Freiheiten.

Eine Bemerkung zu dem Bett+Bike-Verzeichnis des AFDC müssen wir aber noch los werden. Das Verzeichnis mit allen wichtigen Informationen (Preise & Telefonnummern) ist sicherlich sehr informativ für Radler. Die in der GPX-Datei angegebenen Koordinaten sind aber ein Witz! Die liegen oft 500-1000 Meter daneben. Da benutzt man lieber die POIs aus der OSM-Datenbank oder die angegebenen Adressen.

Als Geocacher hat man schließlich noch das Problem zu entscheiden, welche Caches auf dem Weg man mitnehmen will. Wir hatten rund 2500 Caches bestimmt, die mehr oder weniger an unserer Route lagen. Bei der Donautour vor 2 Jahren hatten wir aber bereits fest gestellt, dass das Abweichen von der Tour und das Anhalten für jeden Cache den Fluss beim Radeln extrem stört … und man immer wieder die gleichen Leute überholen muss. Deshalb hatten wir uns diesmal auf maximal 5 Caches pro Tag, die direkt am Weg lagen, beschränkt. Das hat sich auch als vernünftiger Wert heraus gestellt. Weder das Anhalten und Suchen (pro Cache rund 10 Minuten) noch das Online-Loggen (nochmal 5 Minuten pro Cache) hat dann zuviel von der kostbaren Zeit in Anspruch genommen. Schließlich mussten wir jeden Abend noch die Fahrradklamotten auswaschen, bloggen, loggen und zu Abend essen … bevor wir dann relativ früh am Abend die Segel gestrichen haben, damit wir am nächsten Morgen die Ersten beim Frühstück sein konnten.