Tag 6: Dresden – Frankenstein (90 km, 1070 hm)

Heute Morgen verabschiedeten wir uns schon recht früh von unseren Gastgebern und radelten den Elberadweg nach Dresden. So kamen wir auch an der neuen Dresdener Brücke vorbei, die die Stadt den Unesco-Weltkulturerbestatus gekostet hat. Das konnten wir nun garnicht nachvollziehen. Die Innenstadt kann man von dort eh noch nicht sehen und wenn es um einen freien Blick geht, müssten sämtliche Bäume in den Elbwiesen und die zwei Innenstadtbrücken gesprengt und beseitigt werden. Aber versteh einer die Denkmalschützer. Beeindruckend waren die Hochwassermarken. Die Flut von 2002 war doppelt so hoch wie Bernhard.

In Höhe der Dresdener „Tabackmoschee“  – einer Zigarettenfabrik im orientalischen  Stil – wendeten wir uns Richtung Südwesten. Entlang der Wilden Weißeritz ging es zunächst durchs berüchtigte Freital. Die Kopfwäscherin, die hier als Brunnenfigur dargestellt wird, könnte auch mal bei den „Frigida“ Anhängern tätig werden.

In Tharandt verließen wir endgültig das Elbtal. Auf dem steilen Weg hoch machten wir eine kleine Pause bei einer geologischen Infotafel. Ein freundlicher älterer Herr fragte, ob er uns helfen könnte und zeigte uns dann das Denkmal für drei Feuerleute, die 1958 bei dem Versuch, Menschen vor den reißenden Fluten eines Hochwassers zu retten, starben. Selbst Feuerwehrmann, konnte er uns auch von seinen eigenen gefährlichen Einsätzen berichten, bei denen er ebenfalls fast das Leben gelassen hätte. Daher besucht er das Denkmal regelmäßig und pflegt es.

Oben angekommen hatten wir einen schönen Blick auf das Elbtal. Ein guter Grund in einem Ausflugslokal eine kleine Pause einzulegen und die Aussicht zu genießen. Danach war geologische Lehrstunde per Earthcache angesagt. Hier ist die Gegend mit ECs gepflastert. Besonders beeindruckt hat uns der Porphyrfächer.

Nun blieb es gebirgig. Wir strampelten langsam bergauf und sausten schnell bergab. In Grund lernten wir die kleine Fabrik kennen, die die Räucherkegel für die Räuchermännchen herstellt. Jetzt radelten wir also durch das Erzgebirge.

Zwischen Niederschöna und Nauendorf wurde per Hubschrauber Kalk im Wald ausgebracht. Deswegen war der D4 Radweg nach §13 und §11 des SächsWaldG gesperrt.  Wir wollten uns auf keinen Fall eine Ordnungswidrigkeit nach § 52 zu schulden kommen lassen und fanden eine schöne Umgehung über Falkenberg und dann entlang einer alten Kleinbahntrasse bis nach Naundorf, wo wir wieder auf den  vorgesehenen Weg gelangten.

Wir hatten uns mittlerweile auch daran gewöhnt, dass der D4-Radweg nicht mehr durch Schilder ausgezeichnet war, sondern nur noch auf der GPS-Karte sichtbar war. Leider hatte aber wohl auch der Bauer bei Weißenborn keine Ahnung vom D4-Fernradweg, so dass er ihn kurzer Hand unter der Pflug genommen hatte.

Die alte Bergbaustadt Freiberg kündigte sich mit einem Waldgebiet an, das im Mittelalter und der frühen Neuzeit nach Erz durchgraben wurde. Zahlreiche Pingen, alte Kanäle und Werkplätze zeugten von der schweren Arbeit der Bergleute.

Freiberg selbst überraschte wieder mit einer schönen Altstadt. Für einen Besuch im Bergbaumuseum war es leider schon zu spät. Zudem mahnte der Bauch, dass es Zeit sei für ein Bier und ein kräftiges Essen. Die letzten Kilometer flogen wir nur so durch die Täler – vorbei an Frankenstein Bahnhof zur Räuberschenke , die unser heutiges Nachtquartier ist.