Tag 4: Bautzen – Dresden (92 km, 1100 hm)

Ein Regentag mit Ansage: Diesmal wurde die Wetteransage leider nicht zu unseren Gunsten geändert und wir nahmen die gesamte Regenlast mit. Dieser Ausdauertest führte dann abends zu einer abgestuften Beurteilung unserer Ausrüstungsgegenstände, die von kaum feucht bis völlig durchnässt reichte.

Los ging es in Bautzen bereits mit Regen, erst einmal in die falsche Richtung. Das wurde dann aber schnell korrigiert und wir fuhren Richtung Spreetal. Eine nette Frau wies uns auf den Paul-Jähnichen-Wanderweg hin. Er sei landschaftlich viel interessanter als der ausgewiesene Fahrradweg. Und wirklich, der Wanderweg führte uns direkt an der Spree und großen Granitfelsen entlang. Hier kam Mountainbike-Feeling auf, dass wir aber auf unseren Tourenrädern nicht richtig ausleben konnten.

In Schirgiswalde verließen wir die Spree. Um uns etwas aufzuwärmen, besuchten wir, klatschnass wie wir waren, eine Bäckerei. „No, was ham wir denn do?“ Die freundliche Sächsin schloß Türen und Fenster, hatte keine Angst um ihre Polstersitze und servierte uns die lokale Mohnkuchenvariante mit heißem starkem Kaffee. So freundlich umsorgt wurde uns zwar nicht unbedingt körperlich wärmer, aber wärmer ums Herz. Die Kalorien sorgten dafür, dass wir den ersten richtig steilen Anstieg hinauf ins Lausitzer Bergland mit Bravour bestanden.

Die tief hängenden Wolken verwandelten den Wald mit seinen riesigen Granitblöcken in eine Märchenwelt. In den Dörfern bewunderten wir die schönen Umgebindehäuser (eine Mischung aus Block- und Fachwerkhaus) und immer wieder öffneten sich Ausblicke über die lang gezogenen Täler, die bis nach Böhmen gereicht hätten, wenn die Wolken nicht gewesen wären.

Mit unseren sehr nassen Sachen machten wir wenige Pausen. Umziehen lohnte nicht und nur Bewegung hielt warm. In Neustadt probierten wir die sächsische Bauernwurst eines Metzgerstandes auf dem Markt. Kurz vor dem Abstieg ins Elbtal lockte uns eine Eisdiele mit Leuchtturm und Strandkörben zu einer kurzen Kaffeepause im Freien.

Entlang der tiefeingeschnittenen Schlucht des Liebethaler Grundes flitzten wir am späten Nachmittag auf die Elbe zu. Eine kleine Fähre transportierte uns bei Birkwitz über die durch die ergiebigen Regenfälle wieder angeschwollene Elbe aufs westliche Ufer. Von da war es nicht mehr weit bis zu Bernhards Arbeitskollege und seiner Familie, die uns mit einem mexikanischen Abendessen wieder aufwärmten. Für morgen steht dann  die Besichtigung Dresdens an.