Plattling – Eggenfelden (57 km, 617 Hm)

Das Isar-Inn-Hügelland in Niederbayern liegt in Ost-West-Orientierung. Wir fuhren wieder gegen die Richtung, von Nord nach Süd. Ein entscheidender Vorteil des bergauf und bergab Radelns ist, dass man immer wieder herrliche Ausblicke über die Landschaft hat.

Immer wieder schauten wir heute über kleinteilige Acker- und Grünlandflächen mit Einzelgehöften und kleinen Weilern. Die Bauernhäuser vermittelten uns den Eindruck, dass die Produktion von Getreide, Kartoffeln und vor allem Futtermitteln in Form von Mais und Grasprodukten ein einträgliches Geschäft ist. Alle Häuser strahlten in frischem Weiß. Die Dächer sind fast alle mit Solaranlagen bestückt. Gärten und Balkone prangten in Blütenpracht.

Die Wiesen, Acker- und Waldränder waren jedoch verarmt. Hier sah man kaum blühende Pflanzen und dementsprechend auch kaum Insekten und keine Schmetterlinge. Im bayerischen Wald waren wenigstens ab und an noch Wiesen voller Lichtnelken, Wiesenpipau oder Skabiosen-Flockenblumen zu sehen gewesen.

Bis auf einen kleinen, schwarzbraunen Hengst, der, als er uns sah, mit uns im wilden Galopp über die Wiese sauste, sah man auch kein Vieh. Es gab nur wenige Höfe mit Milchviehhaltung in Offenställen, die dann zumeist große Bioreaktoren betrieben.

Die kleinen Städte Eichendorf und Arnstorf lagen jeweils in den Senken der Flüsse. Vils, Kollbach und Rott durchschneiden das Land von Ost nach West auf dem Weg zur Donau. In Eichendorf prangten an prominenter Stelle unter dem Logo der Commerzbank AfD-Plakate in allen Schaufenster. Wir dachten zuerst „Na, klar! Commerz ist kein Scherz!“, aber dann stellte sich heraus, dass die Bankfiliale nicht mehr existierte. Man hat wohl nur vergessen, die Logos zu entfernen.

Die Orte sind eigentlich alle recht hübsch, verfügen über Schlösser und Parkanlagen und schöne Häuser. Allen war aber leider gemeinsam, dass der gesamte Verkehr ungebremst durch die gepflasterten Hauptstraßen fließt. Die Kaffeepause in Arnstorf war entsprechen ungemütlich.

In Eggenfelden herrschte  auf Grund des wunderbaren Sommerwetters heute fast mediterrane Stimmung auf dem großen, rechteckigen Markplatz mit Cafés und Restaurants und schönen, pastellfarbenen Häusern. Das Essen im abendlichen Restaurant ist wieder hervorragend. Aber auch hier braust es mit 50 km/h unablässig an den Tischen vorbei, obwohl die Bundesstraßen um den Ort geleitet werden. Vielleicht sind die Niederbayern einfach noch echt verliebt in ihre Autos.