Tag 24: Bremerhaven (21km, 33 hm)

Sonntags sollst Du ruhen, oder das tun, was der moderne Mensch dafür hält. Wir verbrachten den ganzen Tag an der maritimen Vergnügungsmeile Bremerhavens. Ein kleiner Jahrmarkt, ein Schiffsanleger für Hafenrundfahrten, zwei Museen, Outlets, Gedenk- und Infotafeln und jede Menge Imbisse, Cafés und Restaurants. Dahinter öffnete sich die Weser zur Nordsee. Der Wind ließ Küstengefühle aufkommen.

Im nördlichen Teil stand die neuerbaute Würfelarchitektur mit Yachthafen, die man in dieser Form auch aus anderen Hafenstädten kennt. Das Ensemble des Klimahauses mit Funkfeuer und Auswandererdenkmal hatte internationale Architekturpreise gewonnen.

Wir besichtigten das Klimahaus und waren recht schnell wieder draußen. Das Corona bedingte Leitsystem verwirrte uns. Erst viel später bemerkten wir, das wir die Hauptausstellung verpasst hatten und uns zu unrecht wunderten, warum man für diesen stolzen Eintrittspreis nur ein Filmchen, Klimaspiele für Jugendliche und eine Werbeausstellung für Offshore-Parks geboten bekam.

Bernhard beschloss cachen zu gehen, um Bremens Stadtteile auf unserem Kreisplan einzufärben. Andrea besuchte das Auswanderermuseum. Leider wurde hier nicht darauf geachtet, wieviele Leute sich in den teils engen Ausstellungsräumen aufhielten. So sah man lediglich die gut gemachten Installationen, die einem ein Gefühl für die Auswanderung in vergangenen Zeiten vermittelten, aber nur selten die eigentlich interessanten Räume mit zusätzlichen Infos. Auch hier liegt der Schwerpunkt viel zu sehr auf Hörstationen. Wer lieber liest, kommt schlechter weg.

Den Rest des Tages saßen wir im Café, schauten aufs Wasser und ließen Beine  und Seele baumeln. Den Abend ließen wir mit „Seuter Dirn“ und norddeutschen Gerichten in der Marina ausklingen. Dabei hatten wir einen schönen Blick auf die vermutlich sündhaft teuren Appartements und Yachten in der Abendsonne.