Tag 23: Bremen – Bremerhaven (88 km, 55 hm)

Der heutige Tag lässt sich so zusammen fassen: op den diek , achtern diek, vorn diek. Der Wind mal von der Seite, mal von vorn und von hinten. 

Der Weg aus Bremen führte am Hafen entlang. Unser Versuch im Süden der Stadt einen Cache zu finden, gestaltete sich sehr schwierig. Vier Caches waren nicht mehr vorhanden oder nicht findbar. Erst am Kriegerdenkmal Seehausen wurden wir fündig.

Danach ging es entlang endloser Straßendörfer. Kleine, zumeist Reet gedeckte Häuser säumen die Straße hinter dem Deich. Ein ziemlich hoher Deich, den die niedersächsische Regierung auf verblichenen Schildern verspricht, noch höher zu machen. 

Mittagessen gab es im „Melkhus“ eines größeren Hofes mit Milchkühen. Es gab verschiedene Gerichte mit Quark und Yoghurt, Kuchen und Kaffee. Hier konnten wir sehen, dass heute großer Radeltag war. Groß, klein, alt und jung radelte mit und ohne Gepäck am Deich entlang. E-Bikes waren interessanter Weise in der Minderzahl.

Auf den Deichen tummelten sich die Schafe, kehrten dem starken Wind den Rücken zu und kümmerten sich nicht um die zahlreichen Radler. Ob sie wissen, dass ein Kampf um ihr Leben tobt? Die Landwirte blasen zum Krieg gegen den Wolf. Ähnlich wie im letzten Herbst die grünen Kreuze gegen mehr Naturschutz in der Landwirtschaft bei uns zu Hause, hängt an jedem Gatter ein großes Plakat gegen den Wolf. Eine Ausbreitung dieses gefährlichen Raubtieres gefährde nicht weniger als das gesamte Leben an der Küste. Weil: „Ein Wolf – kein Schaf – kein Deich – kein Land – kein Leben.“ Wir fragten uns, wo sich dieser Superwolf (Lupus terminator) verstecken könnte? Plattes Weideland, kaum Baum, kaum Strauch …. aber Schafe: wahrscheinlich im Schafspelz.

In der Nähe von Ohrt erreichten wir wieder die Hunte. Sie fließt nach einem weiten Bogen über Oldenburg bei Liehen in die Weser. Das dortige Sperrwerk läßt sich nur alle Stunde überqueren und der Weg hinüber ist lediglich 90 cm breit. Etwas schmal für Räder mit Gepäck. So nahmen wir den kleinen Umweg über Wehrder  zur Brücke in Huntebrück in Kauf. Kräftig pustete uns der Wind von Westen entgegen. Ab hier wurden die Radler immer weniger. Vielleicht radeln die Bremer ab hier zurück? Nehmen sie vielleicht eine Fähre auf die andere Seite?

In Brake war es Zeit für ein Fischbrötchen. Der Himmel war mittlerweile grau bezogen. Von Westen rollten schwarze Wolken heran. Wir traten nach einer sehr kurzen Pause ordentlich in die Pedale und flogen mit Rückenwind an Deich und Schafen vorbei nach Blexen. Hier konnten wir direkt auf die Fähre rollen. Kaum hatten wir unsere Räder abgestellt, öffnete der Himmel seine Schleusen. Bremerhaven verschwand fast hinter dem Regenvorhang. 

Nach der viertelstündigen Überfahrt war der Schauer schon weitergeflogen. Während der  kurzen Fahrt durch die Stadt zum Hotel kam die Sonne wieder heraus. Jetzt testen wir ein persisches Restaurant mit interessanten, einmal ganz anderen Gerichten.