Tag 15: Ueckermünde – Prenzlau (70 km, 210 hm)

Nachts hatte es geregnet. Beim Frühstück war der Himmel wieder blitzblank. Der auffrischende Wind hatte die dunklen Regenwolken Richtung Oderhaff fort getrieben.

Uns wollte er allerdings auch in diese Richtung schicken. Der heutige Weg führte stetig nach Süden und Südwesten. Aus genau dieser Richtung kam auch der Wind, der am Nachmittag uns mit 30 km/h entgegen wehte. Der Kampf mit dem Wind ließ die weite Landschaft um uns herum unwichtig werden. Bald sauste und brauste es nur noch in unseren Ohren. Die Kleidung knatterte und flatterte. Die wenigen Stücke Richtung Westen waren nur kleine Erholungen. Gut, dass es zumeist über asphaltierte Straßen ging. Radfahrer nach Süden sahen wir kaum. Die nach Norden flogen an uns vorbei.

Nicht nur uns trieb der Wind durch die weite nahezu leere Landschaft. Er trieb auch braune Wolken Sand über die gepflügten Äcker. Den kleinen Dörfern sah man ihre Geschichte an. Gebaut zu Gutsherrenzeiten, kaum größer geworden zu LPG-Zeiten, träumen sie auch heute von besseren Zeiten. Hier sah man heute keine Menschen auf den Straßen. Pasewalk und Prenzlau, die einzigen Städte heute, sah man schon von weitem. Die mächtigen alten Kirchen reckten wie eh und je ihre Türme als Fingerzeige gen Himmel.

Die 70 km waren heute sauer verdient und nachdem wir gegen 15 Uhr die Zimmer im Hotel neben der großen Polizeidienststelle bezogen hatten, fielen wir beide erstmal in einen tiefen Nachmittagsschlaf. Heute Abend sitzen wir in einem Irischen Pub und lassen den Abend bei Bier und Whiskey ausklingen.