Tag 13: Greifswald – Ückeritz (70 km, 170hm)

Nur 15 Grad um 8 Uhr morgens. Als wir die Räder vorm Bäcker auf dem Greifswalder Markt abstellten, begann es zu regnen. Das Regenradar zeigte uns die Dauer an – nicht länger als die Dauer unseres Frühstücks. Trotzdem wechselten wir in Regenkleidung und behielten sie, schon wegen der Temperaturen, den ganzen Tag an.

Entlang der Ryck ging es vom Greifswalder Hafen nach Wieck. Die Windmühle, die auf der Stadtansicht von Caspar David Friedrich zu sehen ist, steht heute noch. Allerdings nicht mehr auf freiem Feld mit weiter Sicht auf die Stadt, sondern zwischen Häusern und vor den Plattenbauten am Stadtrand.

Unter grauem Himmel wirkt die Klosterruine Eldena immer noch so wie auf Friedrichs Gemälden und Zeichnungen. Selbst ein dunkel gekleideter Mönch schien unter dem großen Bogen der Ruine zu stehen, gerade noch zu erkennen.

Der Greifswalder Bodden spiegelte heute den grauen Himmel. In einer flachen Bucht gründelten gute 40 Schwäne im flachen Wasser. Den Hals unter Wasser sahen sie aus, als hätte jemand ein Flotte von Papierschiffen zu Wasser gelassen. In den weiten Feldern saßen Kibitze und riefen ihr Kiwitt in die ansonsten sehr stille Landschaft.

Der Wind frischte immer mehr auf und trieb uns auf Freest zu. Rund um den Hafen entlang von Fischerhütten mit Protestschildern gegen Fischereisperrzeiten ging es zum Anleger der Fähre nach Peenemünde. Eigentlich hatten wir über Wolgast und über die Brücke nach Usedom radeln wollen, aber angesichts des immer dunkler werdenden Himmels entschieden wir uns für diese Abkürzung.

Gemütlich tuckerten wir über den Bodden und erfuhren noch etwas über die militärische Entwicklung des Gebietes. Als das schwarze russische U-Boot im Hafen von Peenemünde in Sicht kam, begann es zu tröpfeln. Der Himmel öffnete seine Schleusen als wir warm und gemütlich in einer Pizzeria saßen. Eine Fischsuppe wärmte uns wieder auf und wie am Morgen, war der Regen weiter gezogen, als wir uns wieder auf die Räder schwangen.

Auf Usedom ging es zumeist durch den Uferwald, bergab, bergauf – zusammen mit vielen anderen Radlern und Spaziergängern. Für eine Kaffeepause mit Blick aufs Meer war es zu kühl. Wir radelten ohne Pause bis Ückeritz. Hier schlafen wir heute in einer kleinen Ferienhütte unter Kiefern.