Tag 24: Von Kiel nach Tornesch (103 km, 212 hm)

Genauso schnell, wie wir nach Kiel hinein gelangten, waren wir auch wieder draußen. Die Hamburger Chaussee brachte uns mit passablem Radweg aufs Land zurück. Ein alter dänischer Meilenstein zeigte uns, dass es noch 12 dänische Meilen, also 90 km bis nach Altona waren.

Wir folgten allerdings nicht der alten Chaussee, sondern fuhren auf perfekt vom Radroutenplaner Schleswig-Holstein geplantem Track nach Neumünster. Hier wollten wir nicht nur in den Ochsenweg einsteigen, sondern auch cachen, damit wir am Ende des Tages in allen Kreisen Schleswig-Holsteins mindestens einen Cache nachweisen konnten.

Die Landschaft zwischen Kiel und Neumünster enthielt praktisch alle Tageshöhenmeter. Die Gegend der kleinen einstöckigen Häuschen, die uns seit Schonen begleiteten, hatten wir jetzt endgültig hinter uns gelassen. Wir sahen wieder die vertrauten großen Bauernhäuser zumeist mit Fachwerk und Eternitdach und die kleinen Backsteinhäuser mit Frontgiebel.

In Neumünster machten wir im Stadtteil Eilfeld zunächst einen EC und einen kleinen Tradi und bogen dann kurz von der Route ab, um auch den Kreis Plön zu becachen. Danach belohnten wir uns auf dem Markt von Neumünster mit einem Pflaumenkuchen.

Nach einer kurzen Besichtigungstour durch Neumünsters nicht mehr sehr lebendigen Industrielandschaft gelangten wir auf den Ochsenweg. Er führte uns in eine immer einsamer werdende Landschaft. Schmale, glatte Wirtschaftswege, Hecken bestandene Hohlwege, Sandwege entlang von Bächen. Wir fanden den Weg idyllisch und abwechslungsreich.

In Bad Bramstedt machten wir eine Eispause. Vor dem Schloss amüsierte uns ein „verschreckter“ Roland. Mit weit aufgerissenen Augen schaute er uns an, als ob man nur „Buh!“ sagen müsste, damit er sein Schwert fallen ließ und flüchtete.

Nach einer kurzen Tour durch den etwas struppigen Kurpark von Bad Bramfeld, wurde es wieder einsam. Der Weg führte durch die platte Landschaft eines ehemaligen Heide- und Moorgebietes. An einer Stelle war die Streckenplanung aus dem Ruder gelaufen. Oder war es der Versuch uns auf den historischen Ochsenweg zu bringen und uns vergangene Reisemühsal zu zeigen? Der Weg wurde zum Pfad und schließlich verschwand er an einer sumpfigen Stelle ganz. Nach ein wenig Schieben gelangten wir an das Ende einer Asphaltstraße und dann wieder in die Zivilisation. Der Track hätte uns noch ein wenig den wilden moorigen Wald gezeigt.

Am Nachmittag frischte der Wind aus West immer mehr auf und blies uns frontal entgegen. Bald sehnten wir Tornesch herbei. Die fast sechs Stunden im Sattel machten sich bemerkbar. Tornesch versteckte sich vor uns. Die Radschilder bevorzugten Barmfeld. Als Tornesch endlich per Ortsschild angekündigt wurde, fragten wir uns bald, ob es sich um das Bielefeld Schleswig-Holstein handelte. Wir sahen einfach keinen Ort, dafür Baumschulen, das staatliche Gartenbau-Institut, ein Arboretum. Aber schlussendlich erschienen doch die ersten großen Hallen des Industriegebietes und bald die Wohnsiedlung, indem wir dann auch unser Hotel fanden.

Morgen nur noch ca. 50 km und dann sind wir in Altona am Ende der Tour angekommen.