Tag 17: Von Stege nach Maribo (98 km, 250 hm)

Der Morgen begann mit einem Käsebrötchen und einem Spandauer in einer Bäckerei in Stege, die schon um 6:30 Uhr öffnet. Was ein Spandauer ist? Ein Spandauer steht im gleichen Verhältnis zu Kopenhagen wie ein „Pfannkuchen“ zu Berlin. Das heißt, in Deutschland nennt man ihn Kopenhagener.

Der Tag heute war vom Inselhopping bestimmt. Von Møn fuhren wir über einen Damm nach Bogø, dann mit der Fähre nach Falster und schließlich über eine lange Brücke nach Lolland.

Møn gefiel uns am besten. Die Eiszeit hat große Wellen und Kuppen ins Land gehobelt. Die abgeernteten Kornäcker strahlten in warmen Gold, die Wiesen und Wälder grün, der Himmel und das Meer blau. Kleine Reetdachhäuser lagen in schönen Blumengärten. Die reinste Idylle.

Da die Nettofahrleistung heute laut Track bei 133 km liegen sollte, waren wir früh gestartet und betätigten uns vor allem auf Møn als Abkürzungsweltmeister. Hier eine 25 km lange Kurve abgeschnitten, dort statt dem Fernradweg zu folgen, einfach geradeaus gefahren und wieder gespart.

Wir wissen nicht, was uns alles entgangen ist. Aber wir waren 30 Minuten zu früh an der Fähre in Bogø. Dort trafen wir einen Franzosen aus Straßburg, der sich mit seinem Fahrrad durch Dänemark treiben ließ. Er übernachtete in Schutzhütten und schaute dann mal, welchen Weg er am nächsten Tag nimmt. Sein genereller Plan war, bis Ende August wieder in Straßburg zu sein.

Für Falster hatten wir uns zwar auch einen Alternativweg angeschaut, beschlossen dann aber doch den EV10 abzufahren und wurden nicht enttäuscht. Lange Zeit ging es direkt an der Küste entlang, erst über einen Damm, dann auf der mal hohen, mal niedrigen Steilküste durch einen schönen alten Eichen- und Buchenwald. Hier war die Häuser nicht nur mit Reet gedeckt, auch die Wände waren damit verkleidet.

Lolland und Falster sind nur durch einen schmalen Kanal getrennt und mit einer flachen Hebebrücke verbunden. Mittlerweile war es ziemlich heiß geworden. Die Wegführung war jetzt nicht mehr so schön. Es ging häufig mit und ohne Radweg an großen Straßen entlang. Es gab nur noch wenig Schatten. Der Wind schob uns heute zwar, aber der Nachmittag wurde trotzdem sehr anstrengend. Wir waren froh, Malibo gegen vier Uhr zu erreichen und uns mittels langem Duschen abzukühlen. Gut, dass es statt der 133 km heute doch nur 93 km geworden sind.