Fazit der Elbetour

Ebenso wie in den beiden Jahren zuvor fühlten wir uns nach drei Wochen Radfahrt überaus erholt und topfit. Der Kopf wird frei, der Körper entspannt und das Leben fühlt sich wieder leicht an.

Die Vielfalt der Landschaften entlang der Elbe hat uns von der Quelle bis zur Mündung überrascht und erfreut. Angefangen vom Riesengebirge, über das böhmische Becken und Mittelgebirge, das Elbsandsteingebirge, die abwechslungsreiche Fluss- und Auenlandschaften in Mitteldeutschland, bis zu den hohen Elb- und Geestrücken vor Hamburg und dem flachen, grünen Deichland bis zur Mündung bietet die Elbe viel Abwechslung, immer wieder neue Naturschönheiten und viele kleine und große sehenswerte Städte und Dörfer.

Besonders Tschechien war eine Reise wert. Läuft hier doch so manches anders als zu Hause in Deutschland. Ebenso wie in Ostdeutschland überraschten uns die vielen, wunderbar erhaltenen Städte mit ihren mittelalterlichen und barocken Stadtkernen und der interessanten Architektur aus dem Boomjahren des vorletzten und letzten Jahrhunderts. Das Bier war gut, die Küche interessant und schmackhaft. Trotz fehlender Sprachkenntnisse gab es nie Verständnisprobleme. Zumeist konnte man sich auf Englisch oder Deutsch verständigen oder eben mit Hilfe der internationalen Zeichensprache. Dennoch fanden wir es erleichternd, dass wir die Übernachtungen in Tschechien mit Hilfe eines Reiseveranstalters vorgebucht hatten.

Entlang des tschechischen Elberadweges gab es sehr viele Info-Tafeln. Leider fast alle nur auf tschechisch. Wir hätten eine kurze Zusammenfassung in einer der gängigen EU-Sprachen sehr begrüßt und vermutlich auf diesem Weg noch mehr über die schöne böhmische Landschaft und Kultur erfahren. Die Naturwege zwischen Kolín und Melník waren bei diesem trockenen Wetter auch einigermaßen mit unseren Tourenbikes fahrbar. Es erinnerte uns an die Wege unserer Kindheit, bevor die Republik alle Wege auf dem Land asphaltierte. Kein Grund deswegen Mountainbikes zu wählen. Man muss nur ab und zu den Po lupfen und abends fällt man müde ins Bett. Die Frage ist allerdings, in welchem Zustand sie bei Regenwetter sind.

Für die deutsche Strecke hatten wir nichts vorgebucht. Das Angebot an Ferienzimmern, Hotels und Pensionen ist entlang der Strecke recht groß. Bekamen wir nicht direkt im Stadtzentrum eine Unterkunft, so sicher ein paar Kilometer davor oder danach. Das gibt die nötige Freiheit, spontan mehr oder weniger Kilometer zu fahren oder die Pausentage kurz entschlossen zu verlängern oder zu verschieben.

Pausentage sollte man auf jeden Fall einplanen. Es gibt soviel zu sehen auf dieser Strecke und es wäre schade, wenn dies immer nur im Vorbeifahren geschehen würde. Das große Angebot an Cafés, Gaststätten und Biergärten sorgte auch dafür, dass wir sorglos ohne große Einkäufe einfach in den Tag hinein radelten. Nie hatten wir ein Problem uns zu verköstigen.

Das Wetter hat es in diesem Jahr besonders gut mit uns gemeint. Wir mussten keinen Regentag durchstehen. Bei Andreas neuen, wasserdichten Radtaschen steht noch der Härtetest aus. Überhaupt scheint in den letzten drei Jahren die vorherrschende Windrichtung Südwest oder Südost gewesen zu sein. Obwohl wir die Elbe abwärts fuhren, hatten wir nur ganz selten mäßigen Nordwestwind. Zumeist schob der Wind uns vor sich her.

Wie sieht es nun mit der Statistik aus? Verglichen mit den letzten beiden Jahren waren wir etwas schneller unterwegs. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit über alle Reisetage gemittelt lag bei 17,5 km/h, d.h. mehr als 2 km/h schneller als letztes Jahr. Das wundert nicht, wenn man bedenkt, dass wir dieses Jahr nur gut 2000 hm statt 10000 hm bergauf mussten. Wir haben für die gesamten 1286 km (ja, wird sind ein paar Umwege gefahren) 15 Reisetage gebraucht, wobei wir 73,5 Stunden im Sattel saßen, d.h. rund 4,9 Stunden/Tag. Verglichen mit letztem Jahr also eine halbe Stunde weniger, womit sich der Trend fortsetzt, dass wir immer schneller unterwegs sind und weniger Zeit mit dem Radeln zubringen.

Die Frage ist nun: was fahren wir im nächsten Jahr? Den R1 von Calais bis Sankt Petersburg? Die Loire von der Mündung bis zur Quelle und dann wieder heim? Eine Ostseeumrundung? Wir werden es sehen.