Tag 18: Von Freiburg/Elbe nach Cuxhaven (61 km)

Im Gutshof gab es heute morgen erst um 8:15 Uhr Frühstück. Der Wetterbericht kündigte für Mittags eine Gewitterfront an. Wir beeilten uns und starteten ein Wettrennen gegen Regen und Sturm. Der frische Wind kam zunächst aus Südwest. Wir flogen vor dem Deich mit dem Wind gen Norden.

Die Elbe wurde immer breiter. Eigentlich kein Fluss mehr, sondern eine Vorzone der Nordsee. Kümos, riesige Containerschiffe, eine Fähre und kleine Segelboote fuhren meerwärts. Auf dem anderen Ufer lag Brockdorf, dann Brunsbüttel – beide besitzen alte KKWs. In Brunsbüttel mündet der Nordostsee-Kanal in die Elbe, den wir vor zwei Jahren auf unserer ersten Deutschlandtour überquert hatten. Das Ostespeerwerk diesseits der Elbe erreichten wir wieder zur richtigen Zeit und wir gelangten problemlos ans andere Ufer, wo das Natureum mit einer interessanten Ausstellung über Meeresmonster lockte. Leider war es noch geschlossen und so fuhren wir über einen kleinen Trail zurück zum Elbdeich.

Es begann nach Meer zu riechen. Der Himmel war groß, das Land grün und sehr flach, der Deich die höchste Erhebung weit und breit. Kiebitzschwärme und Graugänse saßen in den Wiesen, Schafe grasten auf dem Deich. Wir schreckten zwei Fischadler auf und einer flog eine Weile parallel zu unserem Radweg.

Gegen Mittag sahen wir die Vorfront des Gewitters. Das Sonnenlicht wurde opak. Am Himmel stand eine schwarze, flache Wolkenwand. Als sie fast über uns war, hatten wir das Finale des langen Multi-Caches von Dresden nach Cuxhaven erreicht. Als wir die Dose entdeckten, kam der Sturm aus Nordwest, als ob uns der Cachergott genau in diesem Moment verlassen würde und uns den gemeinen Spielen des Sturmgottes auslieferte.

Wir ließen uns aber nicht beirren, signierten das Logbuch und schossen ein Siegerfoto im Sturm. Als wir die Dose wieder gut getarnt hatten, ließ auch der starke Wind nach und wir schafften es noch vor dem großen Gewitter, uns in Cuxhaven im Hotel einzubuchen und zur „Alten Liebe“ zu radeln.

Hier kauften wir zwei Fahrkarten für den morgigen Ausflug nach Helgoland, bevor wir uns dann wirklich ins nächste Restaurant retten mussten, um dem Wolkenbruch zu entgehen. Bei Krabbenbrot mit Spiegelei sahen wir auf den von Blitzen illuminierten Himmel und den Hafen und verfassten den Log für unseren dritten Langstrecken-Radelmulti.

Jetzt mussten wir nur noch bis zur Kugelbarke radeln, um das Ende der 1094 km langen Elbe zu sehen und  fotografieren zu können. Kurz vor der Kugelbake war aber Schluss mit lustig.  Genauso wie Hunden und Pferden ist den Drahteseln der Aufenthalt nach der strengen Strandordnung in bestimmten Strandabschnitten verboten. Unsere treuen Gefährte mussten leider draußen vor dem Zaun warten und wir die letzten Meter zu Fuß absolvieren.

Das Gewitter war Richtung Schleswig-Holstein verschwunden und gemeinsam mit vielen Sonntagsausflüglern und Urlaubern
blickten wir auf Elbe und Nordsee. Am Horizont schwamm Neuwerk über dem Watt wie eine Fata Morgana.

Jetzt fehlt uns nur noch ein schöner Sonnenuntergang. Wir haben uns schon einen guten Platz in der Strandbar Döse gesichert, um die Sonne hinter Neuwerk  unter gehen zu sehen.